Das Mausoleum in La Orotava

//Das Mausoleum in La Orotava

Das Mausoleum in La Orotava

Von der Plaza de la Constitución blickt man auf das Liceo Taoro das sich durch seinen wunderschönen angelegten Aufgang empfiehlt. Rechts daneben sieht man einen Park, der viele Namen trägt:

  • Freimaurergarten

  • Viktoriagarten

  • Jardín de Ponte de Castillo

  • Jardín de la Quinta roja

Man blickt in den Barranco Araujo der ursprünglich durch die Stadt lief, heute aber überbaut ist. Auf der Höhe sieht man ein wuchtig erscheinendes Mausoleum. Dieser Garten war früher im Besitz einer der einflussreichsten Familien von La Orotava: derer de Ponte del Castillo – Marquéses de la Quinta roja.

Diego de Ponte del Castillo (geb. 1840) war Mitglied in zwei Logen der Freimaurer.

Freimaurer

In der Nummer 90 – Taoro war er Vorsitzender „Meister vom Stuhle. Im Jahr 1868 war Revolution in Spanien und die Katholische Kirche büßte an Macht ein, so dass sich Freiheiten und Zugeständnisse durchsetzten. Die Freimaurer mussten sich nicht mehr verstecken und Diego del Ponte kam mit Protestanten in Kontakt, die öffentlich auftraten.

Nach einer päpstlichen Enzyklika „Apostoloca sedis“ erstarkte die Katholische Kirche wieder und ging nun mit allen ihr zu Verfügung stehenden Mitteln, auch der bewussten Verleumdung, gegen die Freimaurer vor, denen sie unter anderem unterstellte, dass der Teufel bei den Sitzungen der Logen persönlich anwesend sei. Es gelang die einfachen Menschen aufzuwiegeln und gegen die Gegner der Kirche und das waren einfach alle, die ihr nicht blind gehorchten, Stimmung zu machen.

Grabstein - Tod Diego de Ponte del Castillo starb im Jahr 1880, mit nur 40 Jahren.

Am 6. April, einen Tag nach seinem Tod, überführte man seine Leiche in die Leichenhalle des Ostfriedhofs, er sollte in der Familiengruft beigesetzt werden. Der katholische Pfarrer der Ortskirche, weigerte sich den Leichnam Diegos zu beerdigen; nicht einmal die Bemühungen des Bürgermeisters von La Orotava halfen, obwohl dieser sich auf ein königliches Dekret von 1876 berufen konnte, welches besagte, dass ein römisch katholisch Getaufter in einem katholischen Friedhof bestattet werden darf, zumal ein Markgraf des Ortes. In einer Nacht und Nebel Aktion wurde die Leiche des Marqués unauffällig in einer Ecke des Friedhofs verscharrt. Danach gab es noch viele Versuche seitens der Familie eine ordentliche Beerdigung für Diego de Ponte del Castillo VIII Marqués de la Quinta roja durchzusetzen, ohne Ergebnis.

Sebastiana del Castillo y Manrique de Lara, die Mutter von Diego ließ nichts unversucht um ihren Sohn auf würdige Art und Weise bestatten zu dürfen. Verärgert und gekränkt legte sie im Rathaus einen Plan zu Errichtung eines Mausoleums in ihrem Garten vor, in dem sie ihren Sohn letztendlich bestatten wollte. Schließlich baute Adolphe Coquet das Mausoleum, das im Jahr 1883 fertig gestellt war.

Um das Mausoleum entstand ein Freimaurergarten mit viel Symbolik aus deren Gedankenwelt, der im Jahr 1975 von der Stadt La Orotava wieder zurück gebaut wurde und so verschwand fast alles, was auf die Freimaurer hinwies. Ein päpstlicher Erlass erlaubte schließlich die Beerdigung von Diego de Ponte del Castillo VIII Marqués de la Quinta roja in der Familiengruft am Ostfriedhof mit einer katholischen Zeremonie, mit einer Bedingung: Der Leichnam durfte nie in das Mausoleum überführt werden. Der Garten ist frei zugänglich und man kann das Mausoleum, das so eine bizarre Geschichte um den Marqués de la Quinta roja schrieb, aus der Nähe betrachten.

2018-04-12T22:27:49+00:00
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