Die Siedler des Anagagebirges

//Die Siedler des Anagagebirges

Die Siedler des Anagagebirges

Zur Zeit der Eroberung der Insel, Ende des 15. Jahrhunderts, war das Menceyat Anaga mit Añaza (Santa Cruz), Aguere (San Cristóbal de La Laguna) und mit einem Teil des Anagagebirges, von einem Guanchenstamm unter dem Mencey Beneharo besiedelt. Nach der Eroberung wurden geeignete Ländereien terrassiert und mit Zuckerrohr angebaut. Die Zuckerfabriken bezogen das benötigte Holz aus den üppigen Wäldern, die sehr schnell weniger wurden, was zum verkarsten der Landschaft führte.

Anaga Gebirge

Ins steile Massiv von Anaga, das nur durch alte Viehpfade zu erreichen war, zogen sich die Guanchen zurück, die ihre Freiheit liebten und sich den Eroberern nicht ergeben wollten. Für die Eroberer waren diese Gebiete unerreichbar und so konnten sich die Guanchen sicher fühlen. Sie lebten ein sehr einfaches Leben und nützten die vielen Höhlen im Gebirge als Wohnungen. Wie früher hielten sie sich Schafe und Ziegen und gingen der Kaninchenjagd nach. Für ihr Vieh legten sie Weiden an und diese waren sehr fruchtbar, trieb doch der Passatwind seine Wolken in die Wälder, wo sie an den Wasser abweisenden, Lanzen artigen Blättern der Lorbeerbäume kondensierten und zu Boden tropften. So gab es genügend Quellen und Wasser im Anagagebirge.

Anaga Gebirge

Die Guanchen ernährten sich von Ziegen- und Schaffleisch, aber auch Meeresfrüchte und Fische hatten einen festen Platz in ihrem Leben. Aus der Milch stellen sie Käse her, von ihren Gärten und Feldern ernteten die Guanchen Früchte, Gemüse und Korn. Ein Hauptnahrungsmittel war Gofio, geröstetes Korn, Hülsenfrüchte und später auch Mais, das dann mit Handmühlen weiter verarbeitet wurde. Die Kartoffel fand dann auch ihren Weg ins Anagagebirge und wurde ein Grundnahrungsmittel. Aus der Wolle und den Fellen fertigten sie ihre Kleidung und legten damit ihre Schlafplätze aus. Ihr Geschirr wurde meist ohne Töpferscheibe aus Ton gearbeitet.

Alter Topf
Guanchen Überbleibsel

Mit der Zeit bauten die Kolonisten die alten Viehpfade der Guanchen aus und drangen immer weiter in das Gebirge vor um Land in Besitz zu nehmen. Die folgenden Generationen der Guanchen verkauften ihren Überschuss aus der Landwirtschaft an die schnell wachsenden Siedlungen Santa Cruz und La Laguna. Vor den Höhlen entstanden die ersten Bauten aus Naturstein, bis schließlich der typisch kanarische Baustil der Häuser mit Dachterrasse und getünchten Wänden entstand. Auch mischte sich schließlich die Bevölkerung mit den Kolonisten und Eroberern.

Bald schon gingen die Männer zum Arbeiten außer Haus und die Frauen kümmerten sich um Kinder, Haus und Landwirtschaft, die nur noch für den Eigenbedarf betrieben wurde. Gehäkelte und geklöppelte Stoffe wurden hergestellt und in den Städten, wo diese Waren großen Anklang fanden, verkauft. Noch heute werden in Taganana Sombreros aus Palmblättern und Klöppelspitzen produziert.

Mit den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts begann, um Geld zu verdienen, eine Landflucht der jüngeren Bevölkerung in Richtung Santa Cruz und La Laguna. Diese Generation wollte am fortschrittlichen Leben teilnehmen und sah hierfür im Anagagebirge keine adäquate Möglichkeit. An den Wochenenden kehren sie heim, um sich um ihre Felder, auf den hauptsächlich Kartoffeln, Mais angepflanzt und Weintrauben ausgebaut werden, zu kümmern. In Taganana findet man noch kleine, einfache Restaurants, die traditionelle Gerichte, vor allem Fisch, Meeresfrüchte, oder Ziegenfleisch, mit den beliebten Papas Arrugadas und dem hier erzeugten Wein anbieten.

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