Don Alonso Fernández de Lugo

//Don Alonso Fernández de Lugo

Don Alonso Fernández de Lugo

Alonso de Lugo stammt aus einem sehr alten Adelsgeschlecht, einem der ältesten Adelsgeschlechter von Galizien. Der Stammbaum geht auf das frühe Mittelalter zurück, vom König Fruela de León über den Grafen Veremundo Froilaz, der Vetter von König Alonso dem Keuschen (795 bis 843), des Gründers der Kathedrale von Santiago de Compostela, war. Pedro Fernández de Traba de Trastamara und de Monteroso war Vorfahre des Don García Froyla, Señor auf Lugo im Königreich Galizien. Pedro Fernández de Lugo, der Vater von Alonso wanderte im 15. Jahrhundert von Galizien nach Andalusien aus, wo Alonso in Sanlúcar aufwuchs.

Seinen Auftrag die Inseln La Palma und Tenerife zu erobern bekam er direkt von den Katholischen Königen Ferdinand und Isabella, mit folgendem Wortlaut:

Wir, Don Fernando und Doña Isabel, von Gottes Gnaden König und Königin von Kastilien und Leon, Toledo, Cecilla, Portugal, Galizien, Sevilla, Cordoba, Mucia, Jaen, Algeciras, Gibraltar, Fürsten von Aragon, Vizcaya, und Molina

befehlen Euch

Alonso Fernández de Lugo, die Inseln La Palma und Tenerife, die sich in den Händen kanarischer Heiden befinden, zu erobern und Uns zu Gottes und Unserer Ehre zu unterwerfen. Deshalb ist es unser Wunsch und Wille, Euch zu unterstützen, weshalb wir Euch aus der Königlichen Schatulle Siebenhunderttausend Maravedis zubilligen. Gleichzeitig ernennen wir Euch zu

Unserem General-Kapitän

Und geben Euch zu eigen alles Vieh, Land und Wasser, das ihr nach Gutdünken verteilen könnt, sowie alle Steuereinnahmen, die Ihr daraus erzielt.

Gegeben zu Valladolid am dreizehnten Tag des Julimonds im Jahre Eintausendvierhundertzweiundneunzig unseres Herrn Jesu Christi.

Ich, Fernando, der König. Ich, Isabel die Königin.

Ich, Ferrand Aluares, Rodericus doctor secretarius.“

Die Katholischen Könige hatten 1492 die Mauren besiegt und feierten mit der Katholischen Kirche ein Hochamt nach dem Anderen. Endlich waren die Welt und der Glaube in Freiheit vereint und schon wieder machte sich ein Eroberungsgedanke breit. Vorwand war, vor allem um der mächtigen Kirche zu gefallen, die Missionierung der Heiden auf Teneriffa und La Palma, wahrer Hintergrund dürfte aber eher die Geldgier gewesen sein.

Es ging um ein neues Lebensmittel, den Zucker, der raffiniert aus Indien eingeführt wurde und teilweise mit Gold aufgewogen wurde. Er fand schnell den Weg auf die Tische des Adels und der Vermögenden Europas und war ein wahrer Verkaufsschlager. Portugal wurde durch die Einfuhr reich und das erzeugte Neid, vor allem bei den Katholischen Königen, die jetzt natürlich einen großen Zugewinn von Landmasse zu verbuchen hatten, aber eben eine leere Staatskasse hatten.

Von Berichten, über die Insel Teneriffa, die von spanischen Seeleuten an den königlichen Hof vordrangen, wusste man über das Klima und den Wasserreichtum des Nordens Teneriffas Bescheid. Die Berater der Katholischen Könige ließen verlauten, dass sich mit dem Zuckergeschäft schnell die Staatskasse füllen ließe. Und der Deckmantel der Christianisierung der Heiden war ein willkommener Anlass, Alonso de Lugo mit der Eroberung Teneriffas zu beauftragen, hatte er doch seine Treue zum spanischen Königshaus in den vielen Schlachten gegen die Mauren unter Beweis gestellt.

De Lugo wollte Ehre und Ruhm und die Könige Gewinne, das war die Mischung der Gier, die zur Eroberung Teneriffas führen sollte. Als Adelantado war de Lugo derjenige, der die Truppen in den Kampf führte. Durch die geschlagenen Schlachten auf dem Festland gab es eine feste Befehlsstruktur, die sich als bewährt erwiesen hat. Stellvertretend für de Lugo stand der Feldmeister, dem unterstanden die Hauptleute, die wiederum den Befehl über weitere untergeordnete Offiziere hatten. Was sich aber als der größte Vorteil für das Unternehmen erwies, waren die Unteroffiziere, die aus dem einfachen Volk rekrutiert wurden, alte kriegserfahrene Kämpfer, die auf dem Schlachtfeld für Ruhe und Ordnung sorgten und die Befehle durchsetzten. Zwei weitere Vorteile waren die Arkebusen und die Artillerie, die immer gezielter eingesetzt wurden.

Jetzt fehlte nur noch das Geld, denn die 700.000 Maravedis aus der spanischen Staatskasse würden nicht weit reichen. Wo das Geld die Gier weckt sind auch Finanziers nicht weit. Der spanische Adel allen voran der Herzog von Medina Sidonia stellte zinslos eine große Summe zur Verfügung. Dann kamen noch reiche Genuesen, die neue Einnahmequellen für ihre Söhne suchten, die reichen römischen Patrizierfamilien und am Schluss noch die bereits im Zuckergeschäft tätigen Portugiesen mit ihrer Erfahrung und den Gelüsten nach neuen Ländereien um neue Zuckerfabriken zu betreiben.

Alonso Fernández de Lugo wurde Stellvertreter der spanischen Krone und auch die Christianisierung von Teneriffa gelang ihm mit der unermüdlichen Unterstützung der katholischen Kirche, die sich an der Eroberung ebenfalls ins Unermessliche bereicherte hat und viel Land, Geld und Sklaven auf Teneriffa erbte und überschrieben bekam. De Lugo hatte alles erreicht was ihm lohneswert schien: Einfluss, Ansehen und Macht. Doch familiär war ihm das Glück nicht hold. Sein zweiter Sohn Fernando wurde in La Laguna wegen seiner Habgier ermordet, auch sein Erbe Pedro Fernández war auch mehr Schande als Gewinn für die Familie, wegen seiner Grausamkeit wurde ihm das ererbte Amt des Adelantado auf Teneriffa entzogen, später starb er verarmt in Südamerika.

Auch de Lugo ging nicht so feinen Geschäften nach und entführte an der afrikanischen Küste wohlhabende Berber und tauschte diese bei den Scheichs der Berber gegen Sklaven ein, die von diesen aus dem Senegal und Sierra Leone entführt wurden. Diese Sklaven verkaufte de Lugo an die Zuckerbarone und konnte sich mit dem Geld über Wasser halten. Aus dem Adelantado war ein gemeiner Menschenhändler geworden, dem seine Eroberung kein Glück gebracht hatte.

Am 20. Mai 1525 verstarb Alonso Fernández de Lugo und wurde in der Kirche Los Remedios, die er bauen ließ, der heutigen Kathedrale von La Laguna beigesetzt. Nach dem Tod des Urenkels vom Adelantado, des letzten männlichen Stammhalters Alonso Luis Fernández de Lugo hat die direkte Linie der de Lugos schon 1578 aufgehört zu existieren.

Das oben eingefügte Bild wurde uns von “Biografías y Vidas” zur Verfügung gestellt.
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