Aloe Vera

Eine pflanzliche Hausapotheke und echtes Wundermittel

Aloe Vera Pflanze

Die Aloe Vera Pflanze

Aloe barbadensis Miller
“Die Wüstenlilie”

DIE ALOE VERA wurde schon im alten Ägypten verwendet.
Sie hat eine lange Geschichte in Bezug auf der Verwendung für medizinische und kosmetische Zwecke. Doch obwohl schon Jahrzehnte vergangen sind, erfreut sich diese Pflanze noch stetig wachsender Beliebtheit.
Der Grund? Nur wenige bekannte Pflanzenarten bieten solch eine Reihe von Vorteilen für die Gesundheit unseres Körpers.

Es gibt über 250 Aloe-Arten.
Die bekannteste ist allerdings die “Aloe Vera Barbadensis Miller“.
Botanisch gesehen zählt sie zu den Lilienarten. Sie ist empfindlich gegenüber Kälte, Trockenheit und heiße Temperaturen hingegen verträgt sie sehr gut. Daher sind die ursprünglichen Verbreitungsgebiete der Pflanze:

  • Die Kanarischen Inseln
  • Südeuropa
  • Nordafrika

Heute wird Aloe Vera aber weltweit in tropischen Klimazonen angebaut.
Für Trockenperioden speichert die Pflanze das Wasser in Form von Gel in ihren Blättern.

Anbau und Pflege einer Aloe Vera Pflanze

  • TEMPERATUR. Die Temperatur ist einer der Faktoren, die den größten Einfluss auf das Wachstum einer Aloe Vera Pflanze hat. In Gebieten mit kaltem Klima leiden diese Pflanzen. Es wird daher empfohlen, in den kälteren Monaten, die Pflanze entweder in ein Gewächshaus oder in den Innenräumen zu platzieren. Frost kann den Aloestielen enormen Schaden zufügen. Die optimale Wachstumstemperatur liegt zwischen 16 und 26 ° C.

  • SUBSTRAT. Aloe wächst sehr gut auf Substraten, die reich an organischen Stoffen sind, locker, sauer ziehend und mit guter Drainage. Wenn Sie die Aloe in einen Topf pflanzen, sollte sie mindestens 40 cm tief sein, damit sich die Wurzeln gut entwickeln können.

  • BEWÄSSERUNG. Die Aloe ist kein Kaktus, d.h. sie muss auch regelmäßig gegossen werden. Allerdings braucht die Aloe nicht viel Wasser. Es ist besser, öfters ein wenig zu gießen, als selten und viel. Wichtig ist, dass der Boden von Bewässerung zu Bewässerung vollständig trocken ist, um übermäßige Feuchtigkeit und das Schimmeln der Wurzeln zu vermeiden.

  • BESCHNEIDUNG. Wenn Sie keine Ableger der Aloe Pflanze haben möchten, entfernen Sie die Blätter, die um die Pflanze herum wachsen, so dass die Mutterpflanze kräftiger wächst.

  • SCHÄDLINGE. Normalerweise hat die Aloe keine Schädlinge. Es besteht höchstens die Möglichkeit eines Befalls der roten Spinne oder der Cochenillelaus.
    Wenn eine Aloe befallen ist, treten diese Schädlinge am häufigsten auf.

  • ERNTE. Wie alt muss eine Aloe Vera Pflanze sein? Wenn die Aloe-Pflanze zwei Jahre alt ist, besitzt sie bereits die medizinischen Eigenschaften, die sie auszeichnen. Vor zwei Jahren lohnt es sich nicht, die Blätter zu schneiden, die Pflanze hat sich noch nicht ausgebildet und der gewünschte Effekt bleibt aus. Geht es allerdings um das Optimum, dann sollte die Aloe-Pflanze vier Jahre alt sein.

Häufig gestellte Fragen und Probleme zur Anzucht

Da kann die Ursache in zu starker Sonneneinstrahlung liegen. Wurde die Pflanze vom Haus oder Schatten in die direkte heiße Sonne gestellt? Dann machen Sie sich keine Sorgen, denn die Aloe braucht erst einmal Zeit um sich umzugewöhnen. In diesem Fall bildet die Aloe eine rötliche Farbe als Schutzschicht.

Ist das nicht der Fall, wird wahrscheinlich die letzten Tage die Sonneneinstrahlung sehr stark gewesen sein und die Aloe Vera hat einen “Sonnenbrand”. Ist sie diesen Umständen nicht über einen sehr langen Zeitraum ausgesetzt, erholt sich die Pflanze wieder schnell. Möglicherweise verliert sie ein paar Blätter.

Eine Pflanze mit verzogenen, verfärbten Blättern kann zu trocken sein. Das bedeutet sie wurde zu wenig gegossen. Vor allen wenn die Spitzen vertrocknet sind, haben Sie ein ganz klares Zeichen. Um Wasserprobleme zu beheben, setzen Sie die Pflanze in einen gut drainierenden Boden um, der aus mindestens halb körnigem Material wie Sand oder Bimsstein besteht. Ab sofort regelmäßig gießen.

Ist die Pflanze schon in einem akuten Zustand und völlig vertrocknet, dann entnehmen Sie die Pflanze, schneiden ein Stück der Wurzel ab und legen Sie diese in ein Wasserbad, bis sich die Blätter wieder erholt haben.

Eine welkende, braune Aloe, die weiche Stellen in den Blättern hat, ist höchstwahrscheinlich überwässert. Ist sie an irgendeiner Stelle matschig, haben Sie ein ganz klares Zeichen. Wenn möglich die Wurzel kontrollieren. Bei Fäulnis die Wurzel unbedingt beschneiden. Ansonsten warten, bis die Erde äußerst trocken erscheint und ab diesen Zeitpunkt regelmäßig aber in ganz geringen Mengen gießen, die Erde sollte zwischen den Gießvorgängen immer trocken sein.

Kurz gesagt: Nein. Achte auf die Jahreszeit. In den Herbst- und Wintermonaten muss die Aloe möglicherweise nur einmal im Monat gegossen werden. Im Frühjahr wohl eher zweimal im Monat und im Sommer wahrscheinlich jede Woche. Alles hängt von den Temperaturen des Ortes und Ihrer Aloe Vera ab. Sie müssen die Blätter genaustens beobachten und anhand dessen Ihre Schlüsse ziehen.

Die Aloe ist recht resistent. Sie kann direktem Sonnenschein über mehrere Stunden standhalten. Eine übermäßige Aussetzung der Sonne kann allerdings zu Verbrennungen an den Stielen führen oder dass sich die Blätter braun verfärben. Besonders in der heißesten Jahreszeit und mit mehr Sonnenstunden im Jahr.

Trotzdem ist aber die Empfehlung, in direkter Sonne oder im Halbschatten. Definitiv braucht die Aloe viel Licht.

Beides ist möglich, wichtig ist es auf die Erde, Lichteinfall und Wasser zu achten.

Innerhalb der Wohnung sollte die Aloe auf jedenfall am Fenster stehen, da sie viel Licht braucht.

Außerhalb sind wieder andere Faktoren wichtig.

In sehr regnerischen Gebieten kann zu viel Wasser ein Problem werden, da zu viel Feuchtigkeit der Pflanze schadet. An zu kühlen Orten kann Ihre Aloe Vera im Winter wahrscheinlich nicht im Freien überleben, da alles unter 0°C der Pflanze extremen Schaden zufügt. Konstante Temperaturen unter 10°C können aber ebenfalls für die Pflanze problematisch werden.

Egal in welch schrecklichen Status sich Ihre Aloe befindet, möglicherweise lässt sie sich noch retten!

  1. Nehmen Sie die Aloe Pflanze aus der Erde und entfernen Sie die Erde zwischen den Wurzeln.
  2. Anschließend schneiden Sie das unterste Ende der Wurzel ab, bei älteren Pflanzen ruhig etwas großzügiger. War die Wurzel feucht und faul, entfernen Sie diesen Teil und pflanzen Sie die Aloe direkt in die neue Erde. War die Wurzel trocken, haben andere Ursachen Ihrer Pflanze Schaden zugefügt, daher sollten Sie die Wurzel solange ins Wasser legen, bis sich die Blätter einigermaßen erholt haben.
  3. Topfen Sie Ihre Aloe in neue Erde um, 50% bestenfalls bestehend aus einen Kakteen Mix, Sand oder Bimsstein und 50% universal Erde aus dem Gartencenter. Wichtig für die Wiederbelebung: Der Boden muss reich an organischer Substanz und gut gelockert sein. Für den Start eignet sich auch Humus sehr gut.
  4. Binden Sie die Blätter zur Mitte hin zusammen.
  5. Von nun an behalten Sie Ihre Pflanze gut im Auge, regelmäßig in geringen Mengen gießen, sobald die Erde um die Wurzeln herum trocken ist.
  6. Sehen die Blätter wieder grün und fülliger aus, können Sie die Bänder entfernen.

Ihre Pflanze ist gerettet!

Das Aloe Vera Gel

Was ist das Aloe Gel?
Der zentrale Teil der Aloe Vera Blätter enthält ein klares Gel, das sogenannte Fruchtfleisch des Blattes der Pflanze. Das Gel wird aus dem Wasserspeichergewebe der Blätter gewonnen und ist mit seiner schleimartigen Konsistenz leicht zu erkennen.

Worin unterscheidet sich das Gel vom Aloe Saft?
Der Aloe Vera Saft wird aus den äußeren Teilen des Blattes gewonnen.
Dieser befindet sich zwischen der grünen Blattrinde und dem transparenten Gel. Wird ein Blatt verletzt oder abgeschnitten, tritt der Saft aus, welcher auch das gelbliche Aloin enthält.

Gel und Saft finden auch jeweils verschiedene Anwendungsmöglichkeiten und erzielen mit ihrer Wirkung unterschiedliche Ergebnisse.

Aufgeschnittene Aloe Vera und Gel in der Schüssel

Aloe Vera Wirkung

Wofür wird die Aloe verwendet?
Die gewünschten Wirkungen unterscheiden sich durch den Gebrauch des Gels oder des Saftes. Das Gel wird traditionell zur Linderung von Hautverbrennungen durch einen Sonnenbrand verwendet oder zur Pflege (Heilung und Verschönerung). Oral eingenommen hilft es gegen Verstopfung.

Ein Überblick:

  • Entzündungen im Magen-Darmbereich oder auf der Haut.
  • Verstopfungen
  • Sonnenbrand
  • Hauterkrankungen wie z. B. Akne, Neurodermitis, Schuppenflechte usw.
  • Wunden: Verbrennungen und Erfrierungen oder Verletzungen (Hilft auch bei Vernarbungen)
  • Verschiedene Krankheiten: Arthrose, Arteriosklerose, Arthritis, Gicht und Rheuma
  • Herpes
  • Insektenstiche
  • Stärkung des Immunsystems
  • Hautpflege
  • Zahnpasta / Entzündungen im Mundbereich

Wie hilft denn die Aloe Vera bei einem Sonnenbrand?

  • Die Aloe wirkt sofort! Sie werden sich ganz besonders über den kühlenden & beruhigenden Effekt freuen.
  • Das Gel lindert sowohl die Schmerzen als auch den Juckreiz.
  • Die Haut wird mit wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen versorgt und trägt somit zu einer schnellen Regeneration bei.
  • Das Gel wirkt entzündungshemmend und verhindert somit, dass die Verbrennung noch schlimmere Ausmaße annimmt.
  • Ein ganz wichtiger Faktor nach einem Sonnenbrand ist Feuchtigkeit. Diese benötigt die Haut nun ganz dringend. Auch dafür sorgt die Aloe.
  • In Studien fand man heraus, dass die Anwendung von Aloe vera Gel schon nach zwei Tagen zu einer Hemmung des UV-induzierten Erythems (Rötung der Haut) führte und sogar besser wirkte als Hydrokortison.
  • Aloe vera führt zudem zu einem Zellvermehrungseffekt führt, das bedeutet, der hauteigeigenen Heilungsprozess bzw. die Wundheilung wird auf natürliche Weise gefördert und beschleunigt.

Und wie bei Verstopfungen?

Der Saft bringt einige abführende Eigenschaften mit sich, die dem Darm die Arbeit erleichtern.

  • Fördert den Stuhlgang
  • Verbessert und reguliert die Darmpassage.
  • Es hilft, den gesamten angesammelten Stuhl im Dickdarm abzuleiten.
  • Es begünstigt das Gleichgewicht der Darmflora und stellt gesunde Bakterien wieder her.
  • Stimuliert die Verdauungsdrüsen, wodurch die Funktion des Magens und anderer lebenswichtiger Organe (Nieren, Leber, Gallenblase) erheblich verbessert wird.
  • Reinigt den Darmtrakt und befreit diesen von Fäkalien und angesammelten Toxinen.

VORSICHT – Aloin

Die gelbliche Flüssigkeit mit der sich die Aloe Vera Pflanze auf natürliche Art und Weise schützt wurde eine lange Zeit auch als starkes Abführmittel eingesetzt. BITTE meiden Sie jedoch das Aloin. Heute weiß man, dass Aloin bei zu hoher Dosierung sowie bei zu langer Anwendung gesundheitsschädlich wirkt! Wenn überhaupt wird eine Dosis zwischen 20 und 30 mg Aloin pro Tag empfohlen.

Essentielle Inhaltsstoffe im Überblick

Vitamine

10/13

Mineralien

7/7

Aminosäuren

7/8

Enzyme

8/10

Vitamine und Mineralstoffe

Was steckt drin?
In den fleischigen Blättern der echten Aloe stecken Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme und Aminosäuren.
Der Aloe Vera Pflanze konnten mittlerweile mehr als 200 verschiedene Inhaltsstoffe nachgewiesen werden.

  • Calcium
  • Chrom
  • Eisen
  • Kalium
  • Kupfer
  • Magnesium
  • Mangan
  • Natrium
  • Selen
  • Zink
  • Vitamin A
  • Vitamin B (B1, B2, B6 und B12)
  • Vitamin C
  • Vitamin E
  • Folsäure
  • Niacin
Aloe Vera aufgeschnitten

Aminosäuren und Enzyme

Was macht die Aloe besonders?
AMINOSÄUREN. Der Eiweißstoffwechsel eines Menschen benötigt 22 unterschiedliche Aminosäuren. Die Aloe Vera Pflanze liefert 20 dieser 22 wichtigen Aminosäuren. Dabei sind 9 essentielle, bzw. lebensnotwendige Aminosäuren. In der Aloe Vera sind sogar 8 Aminosäuren enthalten die unser Organismus nicht selbst produzieren kann, also 8 Aminosäuren, die wir von außen zuführen müssen.

ENZYME. Die Enzyme, die ebenfalls in der Aloe Vera enthalten sind, übernehmen die wichtige Aufgabe des richtigen und funktionalen Ablaufs in gesunden Zellen. Viele chemische Prozesse sind von Enzymen abhängig, bspw.:

  • Abbau von Krankheitserregern
  • Vervielfältigung des Erbguts
  • Verdauung und Aufnahme von Zucker, Eiweißen und Fetten
  • Freie Radikale abfangen und unschädlich machen
  • Leistungsstarke Zellabwehr

Aloe Vera Zubereitung / Verarbeitung

Bei der Gewinnung des gallertartigen Inneren der Pflanze,
gilt es das Blatt von der aloinhaltigen Schicht, die sich im Äußeren des Blattes befindet, zu befreien.

So wird es gemacht:

1 Man schneidet das untere Blatt einer Pflanze mit einem sauberen Messer ab. Dabei gilt es aufzupassen, dass man andere Teile der Pflanze nicht schädigt.

2 Um das Aloin aus dem Blatt zu entfernen, stellt man das Blatt aufrecht in ein Glas Wasser, das groß genug sein muss. Das gelblich bis hellorange Aloin kann so ablaufen und sammelt sich am Boden des Glases. Nach 2 Stunden kann man das Blatt aus dem Wasser nehmen. Schneiden Sie dann das Blatt noch einmal 2 cm ab, um das restliche Aloin zu entfernen.

3 Um an das kostbare Gel der Aleo zu kommen, schneidet man das Blatt in der Mitte durch und kratzt es vorsichtig aus, am besten mit einem Löffel. Das so gewonnene Gel kann sofort verwendet werden. Im Kühlschrank ist es ungefähr eine Woche haltbar.

Nun kann das Gel weiter verarbeitet werden.

Tipp: Um die Haltbarkeit des Gels zu erhöhen gibt man auf 100 Gramm Gel, ein Gramm Vitamin C Pulver zu und vermixt das gut. Die Haltbarkeit wird so auf 4 Wochen gesteigert. Das Gel lässt sich auch sehr gut einfrieren, so dass man immer seine Tagesdosis auftauen kann und zur Hand hat.