La Hacienda de los Príncipes

La Hacienda de los Príncipes2018-06-28T14:18:56+00:00

Die geschichtsträchtigste
Hacienda (Gutshof)

La Hacienda

VON LOS REALEJOS IST OHNE ZWEIFEL DIE HACIENDA DE LOS PRÍNCIPES DIE SINNBILDLICH FÜR GANZ LOS REALEJOS STEHT. Schon kurz nach der Unterwerfung der Ureinwohner (Guanchen), durch Alonso Fernández de Lugo im Jahr 1496, ließ dieser den Grundstein seiner Hacienda auf dem Gebiet Realejo Bajo legen. Er nahm sich als Eroberer das beste Stück Land, das als „Campo del Rey“, das Land des Königs bekannt war und über genügend eigene Quellen verfügte. Dies wurde 1501 in der Data (Grundstücksübertragungsurkunde) festgehalten, es ging um 48 Fanegas bewässertes Land und 84 Fanegas unbewässertes Land, ein Fanegas entspricht etwa der Größe eines Fußballfeldes. Das Land gehörte vor der Eroberung dem Mencey Bencomo, dem mächtigsten der Guanchenkönige von Teneriffa.

Schon im Jahr 1501 gab Alonso de Lugo den Auftrag auf seinem Gelände die Quellen zu kanalisieren um damit das Gebiet von Realejo Bajo zu bewässern. Dies geschah mit primitivsten Mitteln, teils wurde das Wasser durch natürliche Lavarinnen geführt, dann wurde auch Rinnen aus Holz gezimmert; wie man sich vorstellen kann war der Wasserverlust sehr groß. Auf dem Land der Hacienda wurde Zuckerrohr angebaut, im Jahr 1507 wurde dann auf dem Gelände der Hacienda die erste Zuckerrohrmühle in Betrieb genommen.

Die Hacienda der Stadt

DIE HACIENDA gab der Landwirtschaft und der Ortsentwicklung von Realejo Bajo einen wichtigen Impuls, so wurden die Straßen angelegt, und die Iglesia de la Concepción wurde errichtet. Im direkten Umfeld siedelten sich Kanarios aus Gran Canaria an, die mit Alonso de Lugo bei der Eroberung von Teneriffa gekämpft hatten. Dies war ein geschickter Schachzug, sicherte sich de Lugo so nicht nur seinen Besitz, sondern er hatte ihm ergebene Männer, die ihn auch unter Waffen verteidigen konnten, sollte es zu Schwierigkeiten bei der Landverteilung kommen. Um seine Leute fest an sich zu binden, stellte er sie von jeder Steuerzahlung frei.

DER ZUCKER

Der auf Teneriffa produzierte Zucker brachte auf dem Festland zwar einen hohen Verkaufspreis ein, doch war die Produktion sehr Kosten intensiv. Zum einen wurde ziemlich viel Arbeitskraft gebunden und geeignete Arbeitskräfte waren zu der Zeit Mangelware, zum anderen war die Erzeugung von Zucker mit einem sehr hohen Verbrauch von Wasser und Holz verbunden. Das Wasser war am Anfang noch vorhanden, doch der Holzeinschlag hatte zur Folge, dass die Gebiete rund um Los Realejos bald entwaldet waren. Die schnell vor sich gehende Verkarstung der gerodeten Flächen ließen wiederum die Quellen versiegen, oder deren Ergiebigkeit wurde merklich verringert. Ein großer Teil der Einwohner (Guanchen) konnten bei der Landarbeit und in den Zuckerfabriken nicht eingesetzt werden, weil ihnen, nach historischen Berichten, jede Eignung fehlte. Die Wenigen der einfachen Eroberer, die kleine Ländereien, meist Grundstücke ohne Quellen zugeteilt bekamen und sich um zu überleben als Tagelöhner verdingen mussten, hatten einen weiten Weg zu den Zuckerfabriken, was sich in ihrem Unmut äußerte, der öfters in öffentliche Proteste umschlug.

Toter Baum

1525 verstarb schließlich der Gründer der Hacienda Alonso de Lugo, ohne reich geworden zu sein und hinterließ seinem Erben Pedro Fernández de Lugo den Titel des Adelantado (Eroberer mit Gouverneuransprüchen über die kanarischen Inseln, von den katholischen Königen im Jahr 1503 ernannt und vererbbar, das bedeutete das uneingeschränkte Recht im Namen der Könige Land zu verteilen und Recht zu sprechen) und den Gutshof mit seiner Zuckerfabrik und einer Getreidemühle mit zwei Mühlsteinen.

Als II. Adelantado der kanarischen Inseln übernahm Pedro Fernández de Lugo die Geschäfte seines Vaters und die Hacienda mit ihren Produktionsanlagen. Zu seiner Zeit, also im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts verfügten die großen Haciendas schon über eigene Weingärten und bauten die Malvasier Trauben an. Die einheimischen Preise waren sehr hoch und die Nachfragen aus Südamerika machten den Anbau und den Export schon zu dieser Zeit sehr lukerativ. Auf jeden Fall muss Pedro de Lugo von den Erträgen der Hacienda profitiert haben. Die Geschichtsberichte beschreiben ihn als einen grausamen Herrscher, ihm wurde der Beiname Pedro der Grausame (Pedro el cruel) gegeben. Die Taten seiner Grausamkeit wurden beim spanischen Königshof bekannt und er wurde seines Amtes des Adelantado enthoben. Pedro de Lugo setzte sein großes Vermögen ein und verpfändete seine Erbschaft und rüstete eine Armada mit drei Schiffen aus, mit der er sich in Richtung Kolumbien auf den Weg machte und dort den Norden besetzte, wo er auch 1536 starb.

Der III. Adelantado, sein Sohn Alonso Luis Fernández de Lugo, Ritter von Santiago kümmerte sich um die Geschäfte seines Vaters in Südamerika und wird für die Hacienda einen Verwalter eingesetzt haben, da er eine Militärkarriere machte und in ganz Europa kämpfte. Er kam bei einer Schlacht im Jahr 1556 zu Tode.

Als IV. Adelantado übernahm sein Sohn, Luis Fernández III das Amt. Doch dieser starb sehr jung und wurde nur 36 Jahre alt, mit ihm fand die direkte Nachkommenschaft de Lugo ein Ende. Im Jahr 1578 kam aller Landbesitz über seine Nichte Prinzessin Porcia Magdalena de Lugo, die Herzogin von Terranova durch ihre Heirat mit Antonio Luis Leiva in den Besitz der Familie der Príncipes de Ásculi, Grandes de España (Hochadel). Daher hat auch die Hacienda ihren Namen „Hacienda de los Príncipes”. Ab dieser Zeit kann man davon ausgehen und ist auch belegt, dass die Hacienda von Verwaltern betrieben wurde.

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