Kanarios2018-06-28T15:57:27+00:00

Die Kanarios

Die Kanarios sind ein einfaches, aber freundliches Volk. Vom Tourismus wurden sie Ende der Sechziger Jahre geradezu überrollt. Bald gab es Arbeitsplätze in den wie Pilzen aus dem Boden schießenden Bettenburgen und die oft mühsam betriebene Landwirtschaft wurde eingestellt und auf das reduziert, was die Familie brauchte. Anfang der Achtziger Jahre wurden die kleinen einheimischen Kneipen in den Touristengebieten, in denen man typisch kanarisch essen konnte und den Landwein genießen konnte von vielen deutschen und englischen Anbietern verdrängt und Goldgräberstimmung machte sich breit. Teneriffa war in den Touristenzentren nur noch auf das schnelle Geld ausgerichtet. Timesharing und andere Unsitten hielten Einzug. Heute hat Teneriffa seinen Weg gefunden, Moderne, Kultur und Geschichte gehen einen gemeinsamen Weg, der bei Besuchern Anklang findet und auch geschätzt wird, was man an den Zahlen der immer wiederkehrenden Urlauber sehen kann.

Tauchen wir einmal in die Geschichte der Kanarios ein

Um dieses Thema richtig zu verstehen, wer die Kanarios sind und vor allem wer ihre Vorfahren sind, muss man weit in die Geschichte der Insel zurück schauen, bis zur Eroberung durch Alonso de Lugo, die im Jahr 1496 abgeschlossen war. Viele der Ureinwohner Teneriffas (Guanchen) wurden deportiert und aufs spanische Festland verbracht, wo sie als Sklaven verkauft wurden. Ihre Familien versuchten sie freizukaufen und wieder nach Teneriffa zurück zu holen, was ein paar Wenigen auch gelang. Bei vielen der Spanier und Portugiesen, die allem Anschein nach als Siedler nach Teneriffa kamen, handelte es sich um Guanchen. Sie haben in der Verbannung, oder als Sklaven verschiedene Berufe gelernt und profitierten von gewissen Privilegien. Dann gab es die Rebellen, die sich mit ihren Tieren in die höheren Lagen von Teneriffa zurückgezogen hatten und dort ein karges, aber immer noch freies Leben fristeten und in Höhlen wohnten. Diese mischten sich aber über die Jahrzehnte wieder mit den nun inzwischen in Ansiedlungen lebenden Guanchen und Eroberern.

Kirche

Schwierig wird die ganze Angelegenheit, da die Kirche die Guanchen taufte und ihnen spanische Namen gab. Der Eroberer hatte den klaren Vorteil, dass er ein freier Mensch war und mit Grundstücken für seinen Einsatz bei der Eroberung abgegolten wurde, meist heirateten sie Guanchenmädchen. Wer eine höhere Bildung anstrebte musste nachweisen, dass er weder kanarischer, maurischer, oder jüdischer Herkunft war. Man kann sich gut vorstellen, dass jetzt ein Verwirrspiel um Herkunft und Familienstammbaum anfing und es zu Ahnentafeln kam die, gelinde gesagt ein Witz waren, nur um kein Bürger zweiter Klasse zu sein und um sich bilden zu können.

Stammbaum - Ahnen

Stammbaumänderung

Diesem Umstand dürfte es auch zu verdanken sein, dass innerhalb weniger Jahrzehnte das spanische Leben auf Teneriffa und vor allem die spanische Kultur alle anderen Strukturen zerstört hatte. Um die Situation richtig zu verstehen ein Zitat von Fray Alonso Espinosa, der sich ca. 100 Jahre nach der Eroberung wie folgt äußerte: „Dieses ist, was ich nach viel und schwieriger Arbeit über die Sitten der Guanchen erfahren und verstehen konnte. Die alten Guanchen sind so kurz angebunden, dass, auch wenn man sie kennt, sie darüber nichts erzählen wollen, weil sie glauben, dass ein Bekannt werden schädlich für ihr Volk wäre.“ Der Begriff Guanche und seine Kultur verschwand aus dem Leben der Inselbewohner.

Wenn man sich überlegt, dass Alonso de Lugo mit 1.200 Mann die Eroberung Teneriffas antrat und davon wiederum nicht wenige gefallen sind, viele wieder nach Spanien zurück kehrten, kann man ohne Zweifel sagen, dass die Guanchen am Anfang in einer großen Überzahl waren. Die ersten Mischehen wurden kurz nach dem Sieg der Spanier vollzogen. In den Bereichen vom Anagagebirge und in den oberen Regionen des Nordens dürfte es noch am längsten reine Guanchenfamilien gegeben haben, aber auch dort wurde dann das Blut mit den Eroberern und Einwanderern gemischt. Die Hirten waren diejenigen, bei denen die meisten Bräuche und Sitten der Guanchen erhalten blieben.

Wenn man in die vielen Gesichter hier auf Teneriffa schaut, fällt einem bestimmt auf, dass es auf Teneriffa gewisse Guanchenmerkmale gibt, die vielleicht nicht rein oder die ganz typischen sind, auf jeden Fall aber darauf hinweisen, dass das Kanarische Volk aus den Guanchen und Eroberern, sowie Einwanderern entstanden ist. Man kann also annehmen, dass es zwar keine reinen Guanchen mehr auf Teneriffa gibt, aber deren Blut bei fast allen Familien der Kanarios nachgewiesen werden könnte.

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