Die Guanchen2018-06-28T16:01:18+00:00

Die Guanchen

Über die Guanchen zu berichten ist nicht leicht. Kirchliche Quellen und Berichte der Eroberer sind mit Vorsicht zu genießen, gaben ihre Aufzeichnungen doch nur ihre Sicht der Sachlage wieder. Vor allem die Katholische Kirche, ihre Pfarrer und Mönche vernichteten in den ersten Jahren nach der Eroberung so ziemlich alles, was einen Aufschluss über das Volk der Guanchen gegeben hätte. So kann man in unserer Zeit nur Bruchstücke der Geschichte der Guanchen zusammentragen und sich daraus selber ein Bild machen, wie das Leben der Ureinwohner Teneriffas ausgesehen hat.

Buch - Guanchengeschichte

Die Ureinwohner

Teneriffas werden Guanchen genannt. Es handelt sich um einen Volksstamm, der geschlossen auf Teneriffa einwanderte. Um die Herkunft der Guanchen gibt es viele Geschichten. Wissenschaftler vermuten, dass die Besiedlung von Teneriffa im ersten Jahrtausend n. Chr. stattgefunden hat. Vieles spricht dafür, dass die Guanchen aus der Linie der Cromagnon-Menschen stammen. Diese besiedelten den Südwesten Frankreichs, wie auch Nord-Afrika (Tunesien, Algerien und Marokko).

Gemeinsamkeiten

Man sieht Gemeinsamkeiten in den Bestattungsritualen, bei der Sprache, der Kultur, der Ernährung sowie bei der Körperanalyse. In alten Geschichtsbüchern, oder Aufzeichnungen von Besuchern kann man erfahren, dass die Guanchen von Teneriffa schöne Menschen waren. Die weit verbreitete Meinung, dass alle blondes Haar hatten und hoch gewachsen waren und blaue Augen hatten, muss dagegen ins Reich der Fabeln verwiesen werden.

Berber

Sie ähnelten eher den Berbern, es gab zwar blonde Menschen, ebenso auch dunkelhaarige, groß gewachsene und kleinere Guanchen. In den Sprachen der Berber und der Guanchen gibt es Ähnlichkeiten, die darauf schließen lassen, dass diese einen gemeinsamen Ursprung haben. Hier sei nur erwähnt, dass Adeje zum Beispiel für ein Tal, einen Bezirk, oder ein kleines Dorf auf Teneriffa steht; es gibt einen Berberstamm in Marokko der Adejad genannt wird. Am auffälligsten ist die Übereinstimmung bei dem Wort Gerstenmehl, das in beiden Sprachen Ahorem heißt.

Die Religion der Guanchen

Die Guanchen glaubten an einen Gott, den sie Acorán nannten. Sie waren sein Lieblingsvolk und er meinte es gut mit ihnen, wäre da nicht der Gegenspieler Guayote, der Teufel, oder Dämon, der sie verfolgte und zu vernichten versuchte. Dieser wohnte im Vulkan Teide, den sie Echeyde nannten. Man kann sich vorstellen, dass die Guanchen bei Ausbrüchen des Teide, oder seiner vielen kleinen Ableger, meinten, dass nun Guayote ihre Felder verwüstete und ihnen nach dem Leben trachtete. Es fehlten in ihrer Religion aber Opferriten, vor allem Gebete und jede Vorstellung von Kontakten durch Gespräche mit, oder Beschwichtigungszeremonien für Dämonen. Wenn man den Berichterstattern Glauben schenken möchte, waren die Guanchen sehr freundlich und unverdorben, was wiederum dem Leben auf einer Insel zu verdanken sein dürfte.

Teidegipfel

Die soziale Struktur

Sie lebten in Höhlen, die es auf der Vulkaninsel in großer Zahl gibt. Diese hatten in der Regel eine Feuerstelle und die Schlaffstellen waren mit Tierfellen ausgelegt. Nur wenige Gebrauchsgegenstände, wie Steinmühlen, Töpfe aus Ton, Holzgefäße, Ziegenbälge, die so genannten Baifos, Steinmesser aus Vulkanglasstein dem Obsidian und Nadeln aus Gräten zum nähen ihrer Kleidung, die sie aus Ziegen- und Schafsfellen herstellten, nannten sie ihr Eigentum.

Sie bestellten die fruchtbare Erde mit Korn und Hülsenfrüchten aus dem sie das bekannte Gofio herstellten. Gofio besteht aus Mais und Gerste, oder Weizen, sogar Bohnen wurden verarbeitet, die vor dem Mahlen geröstet werden und auch heute noch bei den Kanarischen Familien weit verbreitet ist und vom Armenessen zur Spezialität geworden ist.

Als Haustiere hielten sie sich Ziegen, Schafe und Schweine, die zur Nahrung dienten, Sie hatten die Milch der Ziegen und Schafe und verarbeiteten diese auch zu Käse. Auch die vielen Früchte, die auf Teneriffa wachsen dienten ihnen zur Nahrung. Natürlich gehörten auch Fische und Muscheln und andere Meeresfrüchte zum Speiseplan der Guanchen. Auch das eine oder andere Kaninchen dürfte den Weg in den Kochtopf gefunden haben.

In ihrer freien Zeit tanzten und sangen sie gerne. Ein Tanz, der „Canario“, der aus kurzen und schnellen Schritten besteht, hat sich bis in die heutige Zeit gehalten und wird von Trachtengruppen, dem nicht selten staunenden Publikum, vorgeführt. Die Lieder kann man ruhig als melancholisch bezeichnen, waren sehr von Schmerz und Trauer geprägt, es gab aber auch Liebeslieder. Es gibt Folkloregruppen, die sich diesem Gesang angenommen haben und es ist schon etwas sehr Besonderes sich einen Auftritt anzuschauen und den leidenden Stimmen zu lauschen. Selbstverständlich gehören zum Repertoire auch heitere Lieder.

Da die spanischen Eroberer von Teneriffa sich schnell mit Guanchenfrauen verheirateten, ist bei 90% der Kanarios nachweisbar, dass sie Guanchen in der Familie hatten. Reine Guanchen gibt es auf Teneriffa nicht mehr.

Museo Arqueológico

In Puerto de la Cruz unterhält das „Museo Arqueológico“ eine ständige Ausstellung über das Thema „Guanchen und deren Keramik“. Großen Wert legte der Mitarbeiter auf die Auskunft, dass eine Höhle, nach Original Vorlage, nachgebaut wurde, Sie finden das Museum in der Calle EL Lomo 9A;

Öffnungszeiten

Von Dienstag bis Samstag:

10 bis 13 Uhr & 17 bis 21 Uhr

am Sonntag:

10 bis 13 Uhr

Ein Besuch lohnt sich.

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