Wirtschaft2018-06-28T16:11:21+00:00

Die Wirtschaft auf Teneriffa

Die Landwirtschaft produziert vorwiegend Tomaten und Kartoffeln, aber auch Schnittblumen und Kakteen, die nach Europa ausgeführt werden. Für den Bedarf der Insel wird Obst und Gemüse angebaut, welches man in den hiesigen Tante Emmaläden und Supermärkten kaufen kann. Die hier erzeugten Bananen, von den Einheimischen Plátano genannt, werden nur auf den Inseln und in Spanien verkauft, als Ausnahme gilt die kleine Biobanane, die kann man in Bioläden in Europa finden. Der Biosektor für Früchte und Gemüse ist hier noch ein zartes Pflänzchen, das sich gerade in der Keimphase befindet. Im Süden findet man Fischfarmen in denen meistens Seebarsch und Goldbrassen, auch für den Export, gezüchtet werden. Auch der Nord- und Südflughafen gehören zu den großen Arbeitgebern der Insel. Themenparks, wie der Siam Park im Süden und der Loro Park im Norden, beide ausgezeichnet mit dem Travellers Choice Awards von TripAdvisor, bieten ebenfalls viele Arbeitsplätze.

Zur Geschichte

Das Zuckerrohr

Schon bald nach der Eroberung der Insel begannen die Spanier mit der großflächigen Anpflanzung von Zuckerrohr, die erste intensive Monokultur auf Teneriffa. Es war alles vorhanden, was die Zuckerindustrie vorantrieb. Genügend Wald, der als Brennstoff unter den Kesseln diente, viel Wasser und billige Arbeitskräfte, die zumeist Sklaven und Tagelöhner waren. Reich wurden auf jeden Fall nur die Großgrundbesitzer und die Kaufleute. Viele der Großgrundbesitzer waren Geldgeber, oder Kämpfer aus der Zeit der Eroberung, oder deren Nachfahren. Durch gezielte Heiraten wurde der Besitz gemehrt und die Taschen der ohnehin schon reichen Adligen weiter gefüllt. Doch bald waren die Wälder um die Zuckerfabriken abgeholzt und der längere Transportweg des Holzes erhöhte den Zuckerpreis. Die massiven, rücksichtslosen Rodungen hatten zur Folge, dass die Erdschicht bei Regen ins Meer geschwemmt wurde und das Wasser nicht mehr durch den Waldboden gespeichert werden konnte. Dadurch veränderten sich die Mikroklimas und manche ergiebige Quelle versiegte. Da es den Verantwortlichen nicht um die Arbeitsplätze ging, sondern nur der Gewinn zählte, brach die Zuckerproduktion schon Mitte des 16. Jahrhunderts wieder zusammen. Die spanischen Kolonien in Südamerika allen voran Kuba lagen klimatisch günstiger und konnten auch billiger produzieren. Die Sklaven und ungefähr ein Drittel der Kanarios wurden mit der gesamten Produktion nach Kuba verlagert. Die Kanarios gingen auf Kuba ihrer gewohnten Arbeit als Bauern und Tagelöhnern nach, nur einige brachten es zu Wohlstand.

Der Weinanbau

Der Weinanbau war die darauf folgende Monokultur. Der kanarische Malvasier, süß und schwer kam ursprünglich aus Kreta, von wo die Reben eingeführt wurden. Die Bedingungen auf Teneriffa waren gut und der Malvasier von hier fand seinen Weg auf alle Tafeln in Europa, die sich diesen guten Tropfen leisten konnten. Aber auch in den südamerikanischen Missionen fand dieser süffige Wein bei der Herrschaft Gefallen. England, die Nordamerikaner sowie die Kolonien der Karibik zählten auch zu den treuen Kunden des Malvasiers, den sie schon seit dem Mittelalter kannten. Leider fiel der Lieferant Kreta aus, da sich die Türken der Insel bemächtigt hatten und die Engländer saßen sprichwörtlich auf dem Trockenen. Die spanischen Weinhändler wurden blass vor Neid, ob der Zahlen, die sie von den Kanarischen Kolonien und deren Malvasierabsatz erfuhren. Mit Hilfe eines Erlasses aus Sevilla durfte der Kanarische Malvasier nur noch über Sevilla gehandelt werden. Dies öffnete natürlich allen Betrügern und Schmugglern den Weg und der Malvasier wurde ein gefragtes Handelsgut, mit dem die, die schon am Zuckerrohr verdienten ihre nächste Goldgrube auftaten. Kanarische Schiffe luden Schmuggelware, segelten nach Südamerika und tauschten ihre Ladung gegen Silber und exotische Waren. Mitte des 17. Jahrhunderts brach der Markt zusammen, produzierten doch die Engländer einen noch schwereren Wein billiger auf Madeira. Zudem hatten die Weinbauern mit der Reblaus und dem Mehltau zu kämpfen und die Böden waren letztendlich auch ausgelaugt. Der Ertrag ging zurück und der Malvasierwein geriet in Vergessenheit. Zehntausende Kanarios verließen Teneriffa in Richtung Südamerika.

Bananenanbau

Für den Touristen gehört die Banane, die hier Plátano heißt, zum gewohnten Bild der Insel. Die Plátano gehört zur Pflanzenfamilie der Stauden und vermehrt sich über das Wurzelwerk. Während die Plátano ihren Fruchtstand ausbildet wächst an ihrer Seite ein neuer Trieb, der hier Hijo (Sohn) genannt wird. Die bis zu 40 Kg schweren Rispen mit bis zu 140 Früchten werden grün geerntet und reifen dann in der Umgebung von reifem Obst zu Hause schnell nach. In Deutschland kommen die Bananen schon goldgelb in den Verkauf, diese Ware stammt aber aus Südamerika und hat mit der hier angepflanzten Plátano nichts zu tun. Die Plátano hat einen zuckersüßen vollen Geschmack der auch an andere Früchte erinnern kann, sie wird erst gegessen, wenn sie braune Flecken auf der Schale bildet, das ist ein Zeichen, dass die Verzuckerung ihrem Höhepunkt nahe kommt. Die Frucht ist sehr nahrhaft und hat einen hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralien und Zucker. Sie eignet sich zum Frühstück im Müsli, als Zwischenmahlzeit, zum Nachtisch, und findet in der Asiatischen Küche auch in den Hauptspeisen ihren Platz. Auf Teneriffa gibt es auch kreative Köche, die mit der Plátano hervorragende Gerichte zaubern. Die Pizza Tropical, nur als Beispiel, wird mit Ananas und Plátano zubereitet und schmeckt hervorragend, weil sie die Säure der Ananas mit ihrer Süße, die nach dem Backen noch mehr in den Vordergrund tritt, trägt und ausgleicht und sehr gut mit dem Schinken harmoniert. Wer einmal eine Plátano gegessen hat, weiß wie eine Banane schmecken sollte. Viele von den Bananen die auf dem deutschen Markt angeboten werden, schmecken im Vergleich nur mehlig und fad. Die Plátano wurde auf Teneriffa erst zum Ende des 19. Jahrhunderts kommerziell angebaut, vorher war sie in den Gärten nur als Zierpflanze zu sehen. Sie löste die Zucht der Cochinilla-Läuse ab, die auf Grund der Erfindung eines künstlichen Farbstoffs vor dem Aus stand. Die Engländer waren die Ersten die die Plátano in Plantagen anpflanzten und exportierten. Da die meisten hier erzeugten Plátanos nicht den EU-Richtlinien entsprechen, werden sie nur auf den Inseln und dem spanischen Festland verkauft. In Bioläden ist „die Kleine Süße“ hingegen in ganz Europa erhältlich. Die Geschichte der Banane, die ursprünglich aus Malaysia kommt, deutet darauf hin, dass schon die Ägypter die Frucht kannten, heißt doch „banan“ im Arabischen Finger. Auch im Reich der Inkas und in Indien war die Banane bekannt. Eigentlich ist der Anbau der Plátano auf Teneriffa nicht ideal, ist die Pflanze doch windempfindlich und braucht für die Erzeugung von einem Kilo Früchte 400 Liter Wasser. Im Jahr werden weltweit ca. 91 Millionen Tonnen Bananen erzeugt, davon fällt auf die Kanaren 1%, bei 30% der Welternte handelt es sich um sogenannte Kochbananen. Für ca. 400 Millionen Menschen gehört die Banane nach Weizen, Reis und Mais zum viertwichtigsten Grundnahrungsmittel.

Farbstoffe

Das nächste Interesse galt den Cochinilla-Läusen, die man züchtete um an den roten Farbstoff zu kommen, der zum Färben von Stoffen verwendet wurde. Die Erfindung von künstlichen Farbstoffen beendete Ende des 19. Jahrhunderts diesen ergiebigen Wirtschaftszweig und als Folge verließen wieder Zehntausende Kanarios Teneriffa in Richtung Südamerika. Der Tourismus, der heute noch Antrieb der Insel ist, begann Ende des 19. Jahrhunderts und hatte durch die Kriege seine Höhen und Tiefen. Anfang 1960 stiegen dann die Zahlen jährlich.

Touristenzahlen pro Jahr

Balken gibt die Auslastung in % an.

2006 – 5.451.013 – 63%
2009 – 4.707.782 – 51%
2012 – 4.900.817 – 55%
2016 – 5.596.764 – 73%
Teneriffa Wetter
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Überwiegend bewölkt
Luftfeuchtigkeit: 77%
Windstärke: 6m/s NNW
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